Von der preußischen "Bürgermeisterei Kirn" zur heutigen Verbandsgemeinde Kirn-Land

 

Die französische Herrschaft auf dem linken Rheinufer dauerte rund 20 Jahre. Im Januar 1814 überquerten preußische Truppen den Rhein und Frankreich musste sich wieder mit den Grenzen aus dem Jahre 1792 zufrieden geben. Nach einer kurzen Übergangsverwaltung ging den Bestimmungen des Wiener Kongresses zufolge das Gebiet nördlich der Nahe unter der Bezeichnung Großherzogtum Niederrhein im Jahr 1815 an Preußen. Das zum alten Saar-Département gehörige Gebiet südlich der Nahe fiel an den Landgrafen von Hessen-Homburg, der aus dem ehemaligen Kanton Meisenheim und einem Teil des Kantons Grumbach das hessen-homburgische Oberamt Meisenheim bildete.
Die preußische Verwaltung begann im Jahr 1816 mit der Einteilung der Provinz Niederrhein in Kreisgebiete. Es blieb lange Zeit offen, welchem Kreisgebiet der Kirner Raum zugeteilt werden sollte. In Kirn soll es sogar Bestrebungen zur Bildung eines eigenen Landkreises gegeben haben, die sich allerdings nicht durchsetzen ließen.
Nach einer kurzen Zugehörigkeit zum Kreis Simmern kam der Gemeindeverband der ehemaligen „Mairie Kirn“ im Mai 1816 zum Kreis Oberstein. Erst im April 1817 wurde endgültig entschieden, dass die in „Bürgermeisterei Kirn“ umbenannte „Mairie Kirn“ dem am 14. Mai 1816 gebildeten Kreis Kreuznach angehören sollte. Gleichzeitig wurden die Gemeinden Bruschied, Schneppenbach, Kellenbach und Königsau aus dem bisherigen Gemeindeverband herausgelöst und der Bürgermeisterei Gemünden im Kreis Simmern zugeordnet.
Die auf der linken Naheseite gelegenen Dörfer Hochstetten (mit St. Johannisberg), Dhaun, Kallenfels, Hahnenbach, Hennweiler, Heinzenberg und Oberhausen bildeten zusammen mit Kirn die „Bürgermeisterei Kirn“, die von dem bisherigen „Maire“ Alois Cadenbach als Bürgermeister geleitet wurde.

Am 1. Juni 1857 wurde auf Antrag durch königlichen Erlass der auf dem Provinzial-Landtage im Stande der Städte vertretenen Gemeinde Kirn die Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856 verliehen. Die Stadt Kirn schied damit aus dem bisherigen Bürgermeisterei-Verband aus und bildete künftig eine gesonderte Stadtbürgermeisterei. Die Landgemeinden blieben unter dem Namen „Landbürgermeisterei Kirn“ vereinigt. Die Verwaltung der Stadt- und Landbürgermeisterei wurde in Personalunion von den bisherigen Verwaltungsbeamten weitergeführt. Der Bürgermeister und die sog. „Stadtverordnetenversammlung“ waren die Vertreter der Stadtgemeinde. Die „Landbürgermeisterei Kirn“ wurde vertreten durch den Bürgermeister und die sog. „Landbürgermeisterei-Versammlung Kirn“.

Im Juni 1896 war die zweite Wahlperiode von Bürgermeister Johann Rau abgelaufen. Rau hatte 24 Jahre lang die Stadt- und Landbürgermeisterei Kirn in Personalunion geleitet. Unter Berücksichtigung seines Alters und seiner Gesundheit wollte er für eine erneute Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung stehen. Am 14. August 1896 wählte die Stadtverordnetenversammlung Fritz Bleek zum neuen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Kirn. Damit gehörte das bisher in Personalunion geführte Bürgermeisteramt der Stadt und der Landgemeinden der Vergangenheit an. Johann Rau führte die Amtsgeschäfte der Landbürgermeisterei Kirn noch acht Jahre fort. Im Juni 1904 teilte er der Landbürgermeisterei-Versammlung mit, dass er von seinem Amt zurücktreten werde. Die Versammlung brachte gleichzeitig zum Ausdruck, „dass die Landbürgermeisterei nicht wieder mit der Stadtbürgermeisterei vereinigt bzw. im Nebenamt unter die Verwaltung der städtischen Bürgermeister gestellt werde“. Im Oktober 1904 trat Rau in den Ruhestand. Am 23. November wurde durch einen Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 14. November 1904 Rudolf Kirch aus Daun/Eifel zum kommissarischen Bürgermeister der Landbürgermeisterei Kirn ernannt. Kirch blieb nur knapp drei Jahre in Kirn und ging wieder nach Daun zurück. Nachfolger wurde Alfred Bongartz. Nachdem Bongartz im Juni 1920 Bürgermeister der Stadt Kirn wurde, erhielt Jakob Reiss das Bürgermeisteramt für die Landgemeinden, das er bis zum Jahr 1946 versah.

Im Dezember 1927 wurde die Bürgermeisterei Kirn-Land in Amt Kirn-Land umbenannt und die Bürgermeisterei Becherbach erhielt die Bezeichnung Amt Becherbach.

Im Jahr 1932 wurde der Kreis Meisenheim aufgelöst und dem Kreis Bad Kreuznach angegliedert. Das bis dahin zum Kreis Meisenheim gehörende Amt Becherbach mit den Gemeinden Bärenbach, Becherbach, Heimberg, Hoppstädten, Hundsbach, Krebsweiler, Limbach und Otzweiler blieb vorerst bestehen. Mit der Auflösung des Amtes Becherbach am 1. August 1940 erfolgte die Zuteilung der Gemeinden Bärenbach, Becherbach, Heimberg, Krebsweiler, Limbach und Otzweiler zum Amt Kirn-Land, die Gemeinden Hoppstädten und Hundsbach kamen zum Amt Meisenheim. Zu Kirn-Land kamen außerdem noch die Gemeinden Hochstädten und Meckenbach aus der bisherigen Bürgermeisterei Meddersheim. Das Amt Kirn-Land umfasste nun 15 Gemeinden, eine Gesamtfläche von knapp 80 qkm und rund 5.500 Einwohner.

Nach Kriegsende und kurzzeitiger kommissarischer Amtsverwaltung wählte die Amtsvertretung im Januar 1949 Wilhelm Dröscher zum hauptamtlichen Bürgermeister des Amtes Kirn-Land. Dröschers Amtszeit war am 2. März 1967 abgelaufen. Wegen zu starker Inanspruchnahme als Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Europäischen Parlaments wollte er das Bürgermeisteramt nicht mehr länger wahrnehmen. Im September 1966 wurde Adolf Schwenk zum neuen Verwaltungschef des Amtes Kirn-Land gewählt und im März 1967 in sein Amt eingeführt. In Schwenks Amtszeit fiel die Realisierung der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz. Für den bisherigen Amtsverband Kirn-Land hatten die Reformgesetze folgende Auswirkungen:
Am 1. Oktober 1968 wurde das bisherige „Amt Kirn-Land“ in „Verbandsgemeinde Kirn-Land“ umbenannt.
Im Jahr 1969 erfolgten im Rahmen einer kommunalen Gebietsreform die Zusammenschlüsse der ehemals selbstständigen Gemeinden Hochstetten (mit St. Johannisberg), Hochstädten und Dhaun zur Gemeinde Hochstetten-Dhaun sowie der Gemeinden Krebsweiler und Heimberg zur neuen Gemeinde Heimweiler. Im gleichen Jahr wurde die Gemeinde Kallenfels in die Stadt Kirn eingemeindet.
Die Neubildung der Verbandsgemeinde Kirn-Land war im November 1970 abgeschlossen, als die Gemeinden Brauweiler, Horbach, Simmern unter Dhaun und Weitersborn aus der aufgelösten Verbandsgemeinde Monzingen sowie die Gemeinden Bruschied, Schneppenbach, Kellenbach, Königsau und Schwarzerden aus der ebenfalls aufgelösten Verbandsgemeinde Gemünden der Verbandsgemeinde Kirn-Land angeschlossen wurden. Die Gemeinde Simmern unter Dhaun wurde im Jahr 1971 in Simmertal umbenannt.
Die neue Verwaltungseinheit Verbandsgemeinde Kirn-Land umfasste somit 20 Einzelgemeinden, für die seit dem Jahr 1974 die Bezeichnung „Ortsgemeinde“ verbindlich ist.

Bürgermeister Adolf Schwenk trat am 2. März 1987 in den Ruhestand. Als sein Nachfolger wurde Amtsrat Günter Schwenk am 3. März 1987 in das Amt eingeführt.
Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2004 wurde Harald Beuscher zum Bürgermeister gewählt. Seine Amtszeit betrug nur vier Jahre, weil er vorzeitig aus dem Amt schied. Bis zur Amtseinführung von Werner Müller im November 2009 führte der 1. Beigeordnete Heinz Herrmann die Amtsgeschäfte.

 
 
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