Die französische Gebiets- und Verwaltungsreform von 1798 bis 1802

 

Die Eroberung des linksrheinischen Gebietes durch die französischen Revolutionstruppen beendete ausgangs des 18. Jahrhunderts die jahrhunderte lange Feudalherrschaft des weltlichen und geistlichen Adels und die territoriale Zersplitterung auch unseres Landschaftsraumes. Mit der Beseitigung der alten Ämter und Schaffung neuer Verwaltungsbezirke erfolgte unter den neuen Landesherren ab dem Jahr 1798 eine territoriale und verwaltungsmäßige Neuordnung nach französischem Muster.
Das linksrheinische Gebiet wurde in vier Départements, eine Art Regierungsbezirke, aufgeteilt. Die Dörfer der heutigen Verbandsgemeinde, welche auf der rechten Naheseite liegen, kamen zum Département Saar, während die Gemeinden auf dem linken Naheufer dem Département Rhein-Mosel zugeordnet wurden. Die Hauptstadt des Saar-Départements war Trier, für das Rhein-Mosel-Département war Koblenz Regierungssitz.
Die Départements waren zunächst in Kantone gegliedert, die wiederum aus dem Element Gemeinde aufgebaut waren. Bis zur Zusammenfassung von Einzelgemeinden zu einem Gemeindeverband, der sog. „Mairie“, führte in jeder Gemeinde ein Munizipalagent und ein ihm beigeordneter Adjunkt die kommunale Verwaltung.
Bei der französischen Gebietsneuordnung wurden Verwaltungsbezirke geschaffen, deren Grenzen möglichst von Flüssen gebildet wurden und deren Verwaltungssitze zentral liegen sollten. Diese Regelung führte dazu, dass das zum wild- und rheingräflichen Amt Dhaun gehörige Überhochstetten (Hochstädten) sowie das salm-kyrburgische Dörfchen Meckenbach zum Kanton Meisenheim kamen, dagegen Dhaun und Nächsthochstetten (Hochstetten mit St. Johannisberg) dem Kanton Kirn zugeordnet wurden.
Während die Nahe für Hochstädten und Meckenbach die Trennungslinie war, schied schließlich der Simmerbach den über Jahrhunderte dem wildgräflichen Amt Dhaun verbundenen Ort Simmern unter Dhaun von seinem bisherigen Bezugspunkt. Zusammen mit seinen Nachbargemeinden Brauweiler, Horbach, Martinstein und Weitersborn wurde das Dorf dem Kanton Sobernheim zugeschlagen.
Nahe, Simmerbach und Hahnenbach wurden schließlich die natürlichen Grenzen für den neu geformten Kanton Kirn mit Kirn als Kantonshauptort. Der Kanton umfasste mit Hennweiler, Hahnenbach, Oberhausen, Kallenfels und Heinzenberg die Dörfer der ehemaligen Herrschaft Wartenstein, weiterhin Bruschied und Schneppenbach vom ehemaligen kurtrierischen Amt Schmidtburg, Königsau und Kellenbach vom ehemals badischen Amt Kirchberg sowie Dhaun und Nächsthochstetten (mit St. Johannisberg) vom alten wild- und rheingräflichen Amt Dhaun.

Von den auf der rechten Naheseite gelegenen Dörfern des ehemals badischen Amtes Naumburg kamen Limbach, Krebsweiler und Heimberg zum Kanton Meisenheim, Becherbach, Bärenbach und Otzweiler zum Kanton Grumbach.

Unter Napoleon I. kam es ab dem Jahr 1800 zu weiteren Verwaltungsreformen. Während die Départements in ihren Grenzen bestehen blieben, wurden die Kantone als Verwaltungsbezirke aufgehoben. An ihre Stelle trat das Arrondissement, eine Art Großkreis.

Eine wichtige Neuerung war schließlich die ab dem Jahr 1802 erfolgte Zusammenfassung mehrerer Einzelgemeinden zu einem Gemeindeverband, der sog. „Mairie“. Die Verwaltung dieses Verbandes unterstand einem von der Zentralregierung ernannten „Maire“ (Bürgermeister), dem ein Adjunkt als Stellvertreter beigeordnet war. Jede „Mairie“ hatte einen Munizipalrat (Gemeinderat), der bei Gemeinden bis zu 2.500 Einwohnern zehn Mitglieder umfasste.
Für die Orte des ehemaligen Kantons Kirn, die nun zur „Mairie de Kirn“ zusammengefasst wurden, war Simmern/Hunsrück die zuständige Arrondissementhauptstadt im Rhein-Mosel-Département. Für die Dörfer der Kantone Meisenheim und Grumbach war Birkenfeld Arrondissementhauptstadt im Saar-Département.
Hochstädten und Meckenbach gehörten zur „Mairie Merxheim“, Heimberg, Krebsweiler und Limbach zur „Mairie Hundsbach“ und Bärenbach, Becherbach und Otzweiler zur „Mairie Schmidthachenbach“.
Nach dem Jahr 1802 waren französisches Recht und die französische Verfassung überall im Rheinland eingeführt, und die dortige Bevölkerung war staatsrechtlich zu französischen Bürgern geworden.

In der Gestalt der „Mairie“, als einem Gemeindeverband mit hauptamtlichem Bürgermeister und einem Verwaltungsrat, darf man die organisatorische Vorläuferin der heutigen Verbandsgemeinde sehen.

 
 
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