Schloss Dhaun

 


Lage: Hochstetten-Dhaun; Ortsteil Schloss Dhaun
Öffnungszeiten: Außenanlage ganzjährig frei zugänglich
Internet: www.schlossdhaun.de

Geschichte

Burg Dhaun lag im Bezirk der Grundherrschaft Simmern unter Dhaun, die seit alters dem Kloster St. Maximin von Trier gehörte und von diesem den Wildgrafen zu Lehen gegeben war. Wann die Burg von den Wildgrafen erbaut wurde, ist nicht überliefert. Möglicherweise hat bereits Graf Emicho V., der 1072-1112 als Graf im Nahegau genannt wird, eine erste hier angelegt, derselbe der auch für die Gründung der Kyrburg über Kirn und der alten Baumburg über Altenbamberg in Anspruch zu nehmen ist. Jedenfalls nennt sich sein gleichnamiger Sohn gelegentlich außer nach der Stammburg Schmidtburg auch nach diesen Burgen.

1215
Allerdings wird die Burg Dhaun zuerst 1215 urkundlich genannt, doch deutet der Zusammenhang des in der Urkunde geschilderten Streits darauf, dass die Burg damals schon eine Zeit bestanden haben muss. Wildgraf Konrad (1214-63), der seinen Hauptsitz auf der Kyrburg gehabt hat, nennt sich 1221 ausdrücklich "comes de Dunen."
1258
Er erlässt 1258 eine Erbordnung, wonach der älteste Sohn Emrich eine Hälfte mit der Kyrburg und Schmidtburg, der andere Sohn Gottfried die andere Hälfte mit den Burgen zu Dhaun und Grumbach erhalten soll.

1329
Diese älteste Burganlage ist heute nicht mehr zu erkennen. Sie tritt nur einmal in kriegerischen Verwicklungen hervor, als der mächtige Erzbischof Balduin von Trier wegen des Schmidtburger Erbes mit dem Dhauner Wildgrafen in Fehde lag und die Burg belagerte. Damals entstanden gegnerische Befestigungen zu Rodenberg (1329, zerstört 1480), zu St. Johannisberg, Martinstein und Geiersley, während Wildgraf Johann das feste Haus Brunkenstein (1336, 1411 zerstört) zwischen Dhaun und Simmertal anlegte. Dhaun konnte zwar nicht eingenommen werden, aber in der Sühne von 1342 musste der Wildgraf auf die Schmidtburg zu Gunsten des Erzbischofs verzichten und diesem das Öffnungsrecht in Dhaun zugestehen.

1350
Erst die Erfindung der Feuerwaffen machte eine Anpassung der Befestigungen an die neuen Bedingungen der Verteidigung notwendig.

1515
Über die Räumlichkeiten der Burg im 16. Jahrhundert berichteten Inventare von 1515 und 1561, die sich im fürstlichen Archiv von Anholt erhalten haben. Es werden da u.a. genannt "die Badstube, Capellanskammer, Scheuer, Stall, Herren-Stube, Kapelle vor dem Stall, Pulver-Kämmerchen, Gesinde-Stube neben der Kirche, Kanzlei, Turm, Wachthaus, Großer Saal".

1520
Durch eine gute und gezielte Heiratspolitik kamen die Wild- und Rheingrafen von Dhaun zu einem großen, aber weit zerstreuten Herrschaftsbesitz. Die Brüder Philipp und Johann VII teilen den wild- und rheingräflichen Besitz ihres Vaters:

Es erhielt Rheingraf Philipp, als der ältere und Stifter der Linie Dhaun:
      • die Wildgrafschaft Dhaun
      • die Rheingrafschaft Rheingrafenstein
      • die Grafschaft Salm
      • die Herrschaft Neufwiller, Ogewiler, Pouligny und Bayon

      Rheingraf Johann VII erhielt als der jüngere und Stifter der Linie Kyrburg:

      • die Wildgrafschaft Kyrburg,
      • die Herrschaft Wildenburg, Dimringen, Mörchingen, Büttlingen, Flonheim, Asmenz
      • die Öffnung des Schlosses Salm
      Beiden gemeinschaftlich verblieben:
      • die Herrschaften Binstingen, Grumbach (nur bis zum Tode des Oheims)
      • die Bergwerke bei Rheingrafenstein, Grandfontaine, Plaine und Gemaingonte
      • die Waldung von Wildenburg und Gromenau
      • eine Wiese bei Schmidtburg
      • Kirn "samt dem Stättlein daran" Sulzbach, Meddersheim und Kirschroth mit aller "Oberkeydt, Gerichte und Nutzung".
      Somit war die vorher ungeteilte Rheingrafschaft in zwei Linien geteilt; in die von Dhaun und in die von Kyrburg.

      1521
      Große Erweiterungsbauten begann Wild- und Rheingraf Philipp (gest. 1521). Nach seinem frühen Tode wurden die Arbeiten unter seiner Witwe, Antonia von Neufchatel, fortgesetzt. Auch an der Georgskapelle sind damals Bauarbeiten ausgeführt worden.

      1574
      Das bisher ungeteilte Haus wurde unter den Söhnen des 1569 in Frankreich verstorbenen Rheingrafen Johann Philipp wie folgt aufgeteilt:

      Rheingraf Friedrich, der Stifter der Linie Salm, erhielt
      • die Grafschaft Salm und Langenstein,
      • die Herrschaft Diller, mit den Bavonien, Vinstingen,
      • die Herrschaften Ogewiller, Bayon und Neuwiller (der lothringische Teil der Rheingrafschaft).
      Rheingraf Johann Christoph, der Stifter der Linie Grumbach, erhält
      • die Herrschaften Grumbach und Rheingrafenstein. Rheingraf Adolf Heinrich, der Jüngste der Brüder und Gründer der besonderen Linie Dhaun, erhält
      • die Herrschaft Dhaun.

      1729
      Es vergeht fast ein Jahrhundert, ehe wir etwas von neuen Anlagen hören. Erst der Wild- und Rheingraf Karl versuchte 1729 durch Umgestaltung der mittelalterlichen Burg eine moderne Residenz zu schaffen. Er führte den Nordwestflügel des Innenhofs neu auf und benutzte das große Gelände auf der Rückseite des Schlosses zur Anlage eines ausgedehnten Barockparkes im französischen Stil.


      1750

      Schon bald darauf starb die Dhauner Linie des wild- und rheingräflichen Geschlechtes aus. Das Schloss blieb einstweilen Witwensitz.

      1794-1804
      Französische Truppen besetzen Schloss Dhaun. Sie verkaufen es als Nationalgut an Andreas van Recum, der die Gebäude abreißen und Teile nach Kreuznach auf die Kauzenburg bringen lässt.

      1822
      Lehrer Schmidt erwirbt einen Teil der Burgruinen, einen anderen der Dhauner Gasthausbesitzer Eppelsheimer. Die Ruinen werden als Steinbruch genutzt.

      1850
      Dr. Adolf Warendorf aus Trier erwirbt die Ruine und beginnt mit Sanierungen. Romantisierende Elemente (z. B. Zinnen am Untertor)gehen auf ihn zurück. Der Garten wird im englischen Landschaftsstil gestaltet.

      1886
      ...gelangt die Lederfabrikantenfamilie Simon aus Kirn in Besitz des Schlosses. Aus dieser Zeit stammt auch die Prometheusfigur aus Marmor, erschaffen vom Bildhauer Cauer aus Kreuznach.

      1954
      Das Schloss wird vom "Zweckverband Schloss Dhaun" erworben, der seit dieser Zeit umfangreiche Ausbau-    
                                                       und Umbauarbeiten durchführte.
      1957
      Die Heimvolkshochschule, heute Schlossakademie, nimmt ihren Betrieb auf Schloss Dhaun auf.

      ab 1970
      Das Palasgebäude wird neu errichtet.

      Heute befindet sich hinter den alten ehrwürdigen Mauern der Sitz der Schlossakademie Schloss Dhaun. Die Bildungsstätte verfügt über fünf Seminarräume, die mit modernster Technik ausgestattet sind. In den 26 Einzel- und 5 Doppelzimmern können die Seminarteilnehmer übernachten. Im Rittersaal werden in den Pausen reichhaltige Mahlzeiten serviert. Ihre Freizeit können die Teilnehmer in den ausgedehnten Parkanlagen, in der Sauna oder im Turmzimmer mit großem Balkon und wunderschönem Blick ins Nahetal verbringen.

      Quelle

      Text und Bilder enstammen dem LEADER+ Projekt
      Agenda-Rundwanderwegenetz Kirn-Land

      Impressionen




       
       
      Öffnungszeiten

      Verwaltung

      Montag  und Dienstag
      08:00 Uhr - 12:30 Uhr und
      14:00 Uhr - 16:00 Uhr

      Mittwoch
      08:00 Uhr - 12:30 Uhr
      nachmittags geschlossen

      Donnerstag
      08:00 Uhr - 12:30 Uhr und
      14:00 Uhr - 18:00 Uhr

      Freitag
      08:00 Uhr - 12:30 Uhr
      nachmittags geschlossen

      Bürgerbüro

      Montag und Dienstag
      07:30 Uhr - 17:00 Uhr

      Mittwoch
      07:30 Uhr - 12:30 Uhr
      nachmittags geschlossen

      Donnerstag
      07:30 Uhr - 18:00 Uhr

      Freitag
      07:30 Uhr - 12:30 Uhr
      nachmittags geschlossen

      Kontakt

      Verbandsgemeindeverwaltung
      Kirn-Land


      Bahnhofstraße 31
      55606 Kirn


      Telefon: 06752/138-0
      Telefax: 06752/138-62
      E-Mail:
      verwaltung@kirn-land.de
      Internet: www.kirn-land.de
      RLP-Direkt
      rlpdirekt