Bruschied

 

Ortsbürgermeister: Thomas Engbarth
Oberdorf 9, 55606 Bruschied
Homepage: www.bruschied.eu


Die Geschichte

Das Dorf Bruschied gehörte im Mittelalter zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin bei Trier, die - neben Bruschied - die Siedlungen Hausen bei Rhaunen, Woppenroth, Blickersau (Wüstung), Kaffeld (Wüstung), Bundenbach und Schneppenbach umfasste und vermutlich dem "Hofe Hausen" unterstellt war.

Bruschied bildete zusammen mit Schneppenbach eine Gemarkung und taucht erstmals im Jahr 1023 unter dem Namen "Prubesdervot" in den Güterlisten auf.
1282 heißt es "Probsterade", 1426 "Proistrot". Ortsnamenforscher deuten den Namen als "Rodung, die auf Propsteigut angelegt war".

Der Gemarkungsbezirk der beiden Dörfer war im Mittelalter gleichzeitig "Gerichtsbezirk", wo Schultheiß und Schöffen innerhalb dieses "Ingerichts" die niedere Gerichtsbarkeit ausübten. Dieses Ingericht war Bestandteil des Hochgerichts Rhaunen, das sich ursprünglich im Besitz der Wildgrafen befand, und die Blutgerichtsbarkeit einschloss.

Nach dem endgültigen Übergang der Schmidtburg an den Erzbischof und Kurfürsten von Trier gehörten Bruschied und Schneppenbach ab der Mitte des 14. Jahrhunderts zur Herrschaft Schmidtburg, die später das Amt Schmidtburg bildete und bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand. Die Ortsherrschaft über beide Dörfer lag zu gleichen Teilen bei Kurtrier und den Herren von Wiltberg.
Im Jahr 1563 wohnten in Bruschied 10 Familien. Davon waren 6 Familien dem Kurfürsten, 4 Familien den Wiltbergern abgaben- und dienstpflichtig.

Kirchlich gehörten Bruschied und Schneppenbach zur Pfarrei Hausen, wo um 1555 die Reformation eingeführt wurde. Da der kurtrierische Amtmann Nikolaus Schenk von Schmidtburg zum neuen Glauben übertrat, mussten auch die Einwohner von Bruschied die protestantische Konfession annehmen. Nach mehrfachem Bekenntniswechsel im Dreißigjährigen Krieg wurden im Zuge der Gegenreformation die Dörfer Bruschied, Schneppenbach und Bundenbach wieder katholisch.

Nach der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1798 kam Bruschied zur neugeschaffenen "Mairie de Kirn", der es bis zum Ende der französischen Herrschaft im Jahr 1814 angehörte. Die Gemeinde verblieb auch in der darauffolgenden preußischen Zeit zunächst in diesem Gemeindeverband, der ab 1815 die Bezeichnung "Bürgermeisterei Kirn" trug. Nach vorübergehender Zugehörigkeit dieser Gebietskörperschaft zum Kreis Simmern und Kreis Oberstein wurde Bruschied im Jahr 1817 der zum Kreis Simmern zählenden Bürgermeisterei Gemünden zugeteilt, die später anstelle der bisherigen Bezeichnung die Namen "Amt" und "Verbandsgemeinde" erhielt.

Mit der zuletzt erfolgten Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde am 08.11.1970 die Verbandsgemeinde Gemünden aufgelöst und Bruschied zusammen mit den Gemeinden Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden in die Verbandsgemeinde Kirn-Land innerhalb des Landkreises Bad Kreuznach eingegliedert.

Unter den Kunstdenkmälern und denkmalgeschützten Gemeinden ist für Bruschied zuerst die katholische Kirche St. Franz Xaver zu erwähnen. Die Kirche wurde 1892/93 nach Plänen des Freiburger Dombaumeisters Max Meckel an der Stelle einer kleineren Kirche aus dem 18. Jh. als neugotischer, einschiffiger Putzbau mit 5/8 Chor errichtet. Eine umfassende Restaurierung des Kircheninnern erfolgte 1969/70, u.a. mehrere Bildwerke aus der Zeit um 1700.

Weitere denkmalgeschützte Bauten sind in Bruschied die 1699 von einer Bruschieder Bürgerin gestiftete Marienkapelle und ein aus dem 17. Jh. stammendes Wohnhaus in der Oberdorfstraße.

 
 
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