Bärenbach

 

Ortsbürgermeister: Jürgen Schmidt
Auf der Höhe 32, 55758 Bärenbach
Homepage: www.baerenbach.de


Die Geschichte

An der westlichen Peripherie des Landkreises Bad Kreuznach liegt unweit der B 41 das Dorf Bärenbach. Zu seiner Siedlungsgeschichte und der Herleitung des Ortsnamens lässt sich mit Gewissheit nichts sagen.

Die Ortsgründung dürfte zu jener Zeit erfolgt sein, als im heutigen Kreis Bad Kreuznach mit Beginn des 7.Jh. die Rodung des sog. „jüngeren Siedlungsraumes“, d.h. vor allem der Soonvorstufe und des Berglandes südlich der Nahe einsetzte, die im 12.Jh. abgeschlossen war.

Die große Bedeutung dieses mittelalterlichen Rodeprozesses liegt darin, dass Neuland erstmals nicht mit dem Schwert, sondern mit der Rodeaxt erobert wurde, um landwirtschaftlich genutzt werden zu können.

Die meisten Neusiedlungen in den Waldgebieten dürften zunächst lediglich aus einem Einzelhof oder bestenfalls einer Gehöftgruppe als Siedlungskern bestanden haben. Noch 1599 hatte Bärenbach lediglich 12 Feuerstellen        (= Haushaltungen, Familien) aufzuweisen.

Über die Herleitung des Ortsnamens besteht kein Konsens. Es gibt in Rheinland-Pfalz noch zwei Dörfer gleichen Namens. Entscheidend für die Deutung des Namens ist die Vorsilbe, die – wie bei dem Dorf Bärweiler – ursprünglich „bei“ war (Berenbach/Berwilre).

Im mittelhochdeutschen Sprachgebrauch hatte diese Silbe gleich mehrere Bedeutungen und traf sowohl für Bär und Zuchteber als auch Gerste zu. Verschiedentlich neigen so Ortsnamenforscher dazu, den Dorfnamen auf das frühere Vorkommen des Braunbären in dieser Gegend herzuleiten. Sehr wahrscheinlicher scheint jedoch, dass der Ortsname von einem Personennamen bzw. einer Familiensippe stammt. Viele Ortsnamen gehen nämlich auf den Besitzer, Gründer oder Vorsteher einer Siedlung zurück, von dem der Hof oder das spätere Dorf den Namen erhielt. Der Ortsname wurde dabei aus der Kurzform des Personennamens gebildet, wobei der erste Namensteil für die Sippe bestimmt war. Für Bärenbach wäre hier der Personenname Bero denkbar, eine Kurzform von Berengar.

Den Angaben von H. Kaufmann über die Ortsnamen des Kreises Bad Kreuznach zufolge, wird Bärenbach schon 1108 urkundlich erwähnt. („Gerardus comes de Berenbach“, UB. Mainz I n. 436). Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der benachbarten Naumburg. Im Jahre 1146 nennt Raugraf Emicho „Graf von Nuenburc“, womit erstmals die Burg erwähnt wird. Die Naumburg (= Neue Burg) erhielt ihren Namen wahrscheinlich als Neugründung im Vergleich zu der unweit gelegenen Kyrburg oder auch zur Veste Hachenfels. 

Die Burg Naumburg lag auf einer Anhöhe nahe der Mündung des Bärenbachs in die Nahe. Sie gehörte zum Besitz der Raugrafen, die weitere Burgen und Verwaltungsrechte an der Alsenz, dem Appelbach, Großbach und auf dem Hunsrück hatten. Nach wechselnden Besitzverhältnissen übertrugen die Raugrafen im 14.Jh. die Burg den Grafen von Sponheim-Kreuznach, die sie zum Verwaltungssitz eines kleinen Amtes machten, das die Gerichte Bärenbach, Becherbach und Martin-Weierbach, sowie einen Teil von Löllbach und Oberreidenbach umfasste. Nach einer 1599 verfassten Amtsbeschreibung war das Hochgericht Becherbach der Kern des Amtes Naumburg.

Bei der Teilung der Grafschaft Sponheim im Jahr 1706 wurde das Amt Naumburg dem badischen Anteil zugewiesen, wo es das Oberamt Naumburg bildete. Ihm wurde 1776 das Amt Herrstein aus der Hinteren Grafschaft Sponheim angegliedert. Außerdem war die Verwaltung der dem Markgrafen von Baden gehörigen reichsritterschaftlichen Herrschaft Martinstein mit dem Amt Naumburg verbunden.

Einer Beschreibung des Amtes Naumburg aus dem Jahre 1785 zufolge zählte Bärenbach 32 Häuser mit ebenso vielen Familien. Ein Drittel der Bärenbacher Gemarkung war herrschaftliches Schlossgut. Das größte Haus gehörte der Familie Nagel, die ehedem das Schafrichter- und Wasenmeisteramt verwaltete.

Im Jahr 1755 hatte Markgraf Ludwig Georg von Baden gegen 2550 Gulden sein Naumburger Hofgut an 16 Bärenbacher Familien verpachtet. Während der Zeit unter französischer Verwaltung wurde die Pacht an den französischen Staat abgeführt. Nachdem später die Familie Puricelli aus Meisenheim die Pacht ersteigert hatte, wurden erst 1855 22 Bärenbacher Familien die Ländereien gegen eine Zahlung von 7200 Gulden zu Eigentum übertragen.

Während der französischen Okkupation des linksrheinischen Gebietes gehörte Bärenbach zur Mairie Schmidthachenbach. Unter französischer Herrschaft wurden die Gebäudeanlagen der Naumburg abgerissen.

Nach der Neuordnung des linksrheinischen Raumes auf dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 zunächst unter preußische und 1816/17 unter hessen- homburgische Verwaltung. Bärenbach wurde Bestandteil der Oberschultheißerei und späteren Bürgermeisterei Becherbach. Erst 1821 erbaute sich die Gemeinde eine eigene Kirche, mit der Schmidthachenbach später als Vikariat verbunden wurde (1903). Vordem hatte Bärenbach stets zur Pfarrei Becherbach gehört.

Bis 1866 gehörte die Bürgermeisterei Becherbach zum Oberamt Meisenheim, das dem Landgrafen von Hessen-Homburg bzw. Hessen-Darmstadt (1866) unterstand. Becherbach blieb in der Folgezeit Amtssitz einer Gebietskörperschaft im 1869 neugebildeten preußischen Landkreis Meisenheim, der aus dem ehem. Oberamt hervorgegangen war.

Im Jahr 1932 wurde der Kreis Meisenheim aufgelöst und dem Landkreis Bad Kreuznach eingegliedert. Acht Jahre später erfolgte im Zuge einer Verwaltungsreform die Auflösung des Amtes Becherbach und dessen Zuteilung zum Amt Kirn-Land. Seit diesem Datum wurde Kirn neue Anlaufstelle für die Erledigung von Amtgeschäften für die Bärenbacher Bürger. Die Ortsgemeinde ist seit der jüngsten Verwaltungsreform 1969/70 Bestandteil der Verbandsgemeinde Kirn-Land.

Quellen u. Literatur:
Leutze: Amt Naumburg und Pfarrei Becherbach,
            Bad Kreuznach 1913

 
 
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