Becherbach
liegt an der Landesstraße L 182, die den Kirner Raum mit dem Glantal verbindet. Die rund
470 Einwohner starke Ortsgemeinde hat eine Gemarkungsgröße von ca. 8,4 qkm. Die Höhe
der Ortslage beträgt 260 m über NN.
Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen "bechaere" her und hat
inhaltlich mit der Herstellung von Pech bzw. mit der Verarbeitung von Holzkohle zu tun.
Der Ort war im Mittelalter Verwaltungs- und Gerichtssitz für die umliegenden Dörfer
Krebsweiler, Heimberg, Limbach, Otzweiler und Schmidthachenbach. Das Hochgericht
Becherbach bildete den Kern des Amtes Naumburg und war zugleich Pfarreibezirk. Als
Lehensleute der Grafen von Sponheim und deren Erben waren verschiedene mittelrheinische
Adelsfamilien, z.B. die Herren von Daun-Oberstein, die von Löwenstein (Alsenztal) und
Schenken von Schmidtburg, an Einnahmen und Rechten im Gerichts- und Pfarreibezirk
Becherbach beteiligt.
Alten Amtsbeschreibungen zufolge war Becherbach der größte Ort im Amt Naumburg. Gegen
Ende des 18. Jahrhunderts wies das Dorf 46 Familien in 45 Wohnhäusern auf, wovon einige
zweistöckig waren.
Seine Bedeutung als "Amtsort" verlor Becherbach während der Zeit der
französischen Herrschaft vorübergehend, indem es ab ca. 1800 für 15 Jahre der Mairie
Schmidthachenbach angegliedert wurde.
In der Folgezeit war das Dorf dann wieder Hauptort der Verwaltungseinheit
"Schultheißerei Becherbach" im hessen-homburgischen Oberamt Meisenheim. Mit der
Bildung des preußischen Landkreises Meisenheim im Jahr 1869 wurde die Bürgermeisterei
Becherbach um die Orte Hoppstädten und Hundsbach erweitert, die bis 1940 dort verblieben.
Dann erfolgte die Auflösung des Amtes und die Zuteilung zum Amt Kirn-Land.
Anstelle des im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstörten alten Amtsgebäudes errichteten die
Bürger in den 50er Jahren ein neues Gemeindehaus, das zwischenzeitlich renoviert wurde.
Die evangelische Kirche hat noch einen romanischen Turm aus dem 12. Jahrhundert, an den in
den Jahren 1783-88 ein neues Kirchenschiff gebaut wurde. Im Jahr 1837 wurde der
dreigeschossige Turm um zwei Stockwerke erhöht und mit dem spitzen Turmhelm versehen. Die
Kirche wurde bis zum Jahr 1892 simultan genutzt. Zu den Besonderheiten des sehenswerten
Innenraumes gehört eine Stumm-Orgel aus dem Jahr 1788.
Wappenbeschreibung

Ortsansicht
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